Am 1.08.2008 ging es für die Deutsche Mannschaft los nach Peking und die Segler flogen gleich weiter nach Qingdao. Dort gab es für alle Segler ein Olympisches Dorf, was allerdings „nur“ ein Hotel war. Wir Deutschen bewohnten Stock 10 im Tower A. Essen konnten wir im großen Essenssaal. Dort gab es ein Buffet, was allerdings trotz Abwechslung schnell langweilig wurde.
Am 3. bekam ich meinen Laser zugeteilt und hatte auch gleich Vermessung. Das ist lustig im Laser, da ich nur die Teile, die ich gerade bekommen hatte noch einmal zeigen und dann das Boot einmal aufbauen musste. Die deutsche Flagge und die Nationalitätsbuchstaben waren bereits im Segel.

Die nächsten Tage ging ich dann mit den anderen Teilnehmern segeln. Jeder möchte sich an das neue Boot und Segel gewöhnen und auch die Wellen noch mal spüren. Die Algenproblematik war weitgehend gelöst. Allerdings war durch den kilometerlangen Seezaun auch das Wellenbild verändert.
Auf jeden Fall war ich wirklich schnell und habe so ein sehr positives Gefühl für den Wettkampf bekommen.
Am 08.08.2008 bin ich mit dem Tornado Team und meinem Trainer nach Peking geflogen, weil unsere Wettkämpfe so spät anfingen, dass wir an der Eröffnungsfeier teilnehmen durften. Das war wieder ein großartiges Erlebnis und entschädigt jedes Mal für die vielen anstrengenden Trainingsstunden. Für mich war eine weitere Motivation für die Teilnahme meine gute Stimmung zu vertiefen, um für den Wettkampf in den „Flow“ zu kommen. Dann gelingt alles spielend leicht. Die Veranstaltung war unglaublich, aber besonders bewegend empfand ich das Hissen der Olympischen Flagge und die Entzündung des Feuers.

Wir konnten im Olympischen Dorf übernachten und kamen am nächsten Tag wieder zurück.
Am Abend fand dann die Eröffnungsfeier für die Segler in Qingdao statt. Ich durfte auf Grund meiner dritten Olympia- Teilnahme die deutsche Flagge tragen. Auch für die Segler haben sich die Veranstalter große Mühe gegeben und es war eine beeindruckende Vorführung.
Am 12.08. fanden meine ersten zwei Wettfahrten statt. Die Bahn für diesen Tag lag direkt vor dem Hafen. Leider lief es überhaupt nicht. Ich versteifte mich zu sehr auf eine Seite, und jedes Mal war es die falsche Wahl. So landete ich zwei Mal auf Platz 20 von 28. Natürlich war ich enttäuscht vom ersten Tag, aber ich wusste auch, dass es auf diesem Revier jeder schwer haben würde konstant vorne zu fahren und so noch alle Chancen offen waren. Der nächste Tag lief besser für mich, bis ich das Boot in einer Halse zu stark zog und kenterte. Wir schafften nur eine Wettfahrt, weil so wenig Wind war, in der ich als 19te ins Ziel kam.
Das war nicht, was ich mir erwartet und erhofft hatte, aber trotzdem wollte ich weiter kämpfen.
Der nächste Tag war mein 30. Geburtstag. Leider hatte ich am Abend vorher schlechtes Wasser getrunken, so dass ich mit Bauchschmerzen und lautem Magengrummeln im Container lag. Zu meinem Glück wurde wegen zu wenig Wind nicht gesegelt. Allerdings war damit auch unser freier Tag gestrichen.
Dafür war etwas mehr Wind am darauf folgenden Tag. Ich kam mit vorne an, aber leider bekam ich Vorwind eine gelbe Flagge, da die Jury meinte, dass meine Körperbewegung nicht mit den Wellenbewegungen überein stimmte. Normalerweise habe ich damit keine Probleme, aber irgendwann trifft es jeden. Schade, dass es mich ausgerechnet hier treffen musste. Trotzdem konnte ich noch als 8te ins Ziel fahren. Leider machten wir wieder nur eine Wettfahrt. Das setzte mich langsam unter Druck, denn um noch Aufzuholen, brauchte ich viele Wettfahrten.
Auch die nächste Wettfahrt lief gut bis zur ersten Tonne, wo ich wegen Frühstarts aus dem Rennen geholt wurde. Nachdem ich noch lange gewartet hatte, wurde für den Tag abgebrochen. Wieder nur eine Wettfahrt. Da ich beim Segeln und Warten wieder dolle Bauchkrämpfe hatte, ging ich danach im Olympischen Dorf zum Arzt. Ich bekam Antibiotika.
Viel Wind erwartete uns am nächsten Tag. Leider hatte ich mir am Vortag das Knie verdreht und konnte nicht gut laufen. Hängen ging, aber die Manöver waren problematisch. Trotzdem lief es nicht schlecht, aber wieder machten wir nur eine Wettfahrt. Danach ging ich wieder zum Arzt, weil noch keine Besserung an meinem Magen eingetreten war. Ich bekam andere Antibiotika.
Am letzten Tag fuhren wir drei Rennen. Ich fing mit einem 4ten Platz an. Jetzt war wieder alles offen, dass ich noch unter die ersten 10 fahren konnte. Die nächste Wettfahrt lief nicht ganz so gut, aber ich hatte immer noch alle Chancen. Leider verlor ich in der letzten Wettfahrt kontinuierlich und landete insgesamt nur auf Platz 15. Ich denke, dass nach meiner Krankheit einfach die Kraft und Konzentration am Ende fehlte.
Ich habe den Eindruck, dass es einfach nicht sein sollte, dass ich eine bessere Platzierung schaffte. Es stimmten in dieser Woche sehr viele Sachen nicht für mich. Eine andere Wettfahrt wurde abgebrochen, als ich vorne war. Einfach Pech.
Nach den Regatten verluden wir die Boote in die Container und flogen am 22.08. nach Peking, um noch etwas vom Olympischen Flair mitzubekommen. Es war noch mal etwas Besonderes im Olympischen Dorf zu wohnen und in der großen Mensa zu essen. Alle Segler nahmen an der Abschlussveranstaltung teil und am nächsten Morgen ging der Flug nach Haus. In Peking konnte ich mir noch das Hockey Männer Finale anschauen und ein wenig Leichtathletik.
Die Olympischen Spiele waren wieder ein tolles Erlebnis und ich bedanke mich bei allen, die mich dabei unterstützt haben. Ohne Euch hätte ich das nie geschafft. Mal sehen, wie es jetzt bei mir weiter geht.
Eure Petra